Pilze

HEILEN

Geht das?

 

VITAL- UND HEILPILZE SIND SUPERFOOD

Pilze sind miniaturisierte pharmazeutische Fabriken. Von den Tausenden von Pilzarten haben unsere Vorfahren und die modernen Wissenschaftler mehrere Dutzend identifiziert, die eine einzigartige Kombination von Talenten haben, welche zur Verbesserung unserer Gesundheit beitragen. Paul Stramets (Mykologe)

 

 

Pilze wurden schon vor 5000 Jahren zur Heilung eingesetzt. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist der „Ötzi“, er trug als man ihn fand, Birkenporling und Zunderschwamm um seinen Hals. Vielleicht wußte er über die blutstillende Wirkung des Zunderschwamms oder auch, dass man den Birkenporling bei Magenbeschwerden einsetzen kann.

Pilze sollten bei einer gesunden Ernährung nicht auf dem Speiseplan fehlen. Aber Pilze können noch viel mehr.

 

Es lassen sich Tees und Tinkturen aus Pilzen zur Vorbeugung verschiedener Krankheitsbilder herstellen. Oder einfach mit Heilpilzen phantastisch kochen.

JUDASOHR 

 Mu-Err, Auricularia auricula-judae

Das Judasohr finden man im zeitigen Frühjahr (Januar/Februar), auf bereits geschädigten Bäumen wie dem Holunder, oder auch Pappeln.

Im Prinzip ist das Judasohr leicht zu erkennen, da es an die Form einer Ohrmuschel erinnert. Seine Fruchtkörper können bis zu 10 groß werden.

Die Konsistenz ist doch recht wabbelig. Einen besonderen Eigengeschmack hat das Judasohr nicht. Ich persönlich liebe diesen Pilz in allen asiatischen Gerichten. Er lässt sich super trocknen und dann zu einem Pilzpulver verarbeiten. Dieses kann man vorbeugend einnehmen oder zum Mehl beim Brotbacken hinzufügen.

 

Dieser hervorragende Heil- und Vitalpilz ist ein Allrounder zur Verbesserung der Lebensqualität mit einer sehr stark antioxidativen Wirkung. Er findet darüber hinaus Anwendung bei:

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.

  • Entzündliche Erkrankungen

  • Autoimmunerkrankungen.

  • Autoimmunerkrankungen

  • Diabetes Typ 2

  • Tinnitus

  • Migräne

  • Spannungskopfschmerzen

SCHOPFTINTLING

Coprinnus comatus oder Spargel der Wiesen und des Waldes

Vom Schopftintling bin ich jedes Jahr aufs Neue wieder fasziniert. So filigran und zerbrechlich dieser Pilz ist, schiebt er seine Fruchtkörper manchmal schon im April bis in den November, durch das Gestein auf den Waldwegen hindurch. Man findet ihn auch in Massen auf Wiesen und Weiden, Parkanlagen oder sogar auch in Gärten. Um nicht zu vergessen, der Schopftintling lässt sich auch im eigenen Garten züchten.

Nicht nur das sein Geschmack so einzigartig ist, er gilt als Speisepilz der ersten Kategorie.

 

Der Pilz will schnell verzehrt werden, denn nach sehr kurzer Zeit beginnt der Fruchtkörper erst leicht rosa zu werden und dann wird er schwarz. Der Schopftintling ist in der Lage Autolyse zu betreiben, was bedeutet, dass er sich selbst zersetzt. Aber auch dann ist dieser Pilz immer noch einzusetzen – als Tinte.

 

Um die Haltbarkeit zu verlängern, Stiel und Hüte getrennt voneinander aufbewahren. Die Stiele eignen sich hervorragend zum Trocknen im Dörrautomaten, um dann daraus ein Pilzpulver herzustellen. Dieses kann man zum Würzen von Soßen verwenden. 

 

Dieses Pilzpulver ist einzusetzen bei:

 

  • Diabetes Typ 1 und Typ 2

  • Leberschäden

  • Übergewicht und Verstopfung

  • Vorbeugung von Hämorrhoiden

  • Verdauungsfördernd

  • Antibakterielle Wirkung gegen Eitererreger, gegen Hefepilze

 

Vorsicht: in Verbindung mit Alkohol hat es vereinzelt !! körperliche Reaktionen (Unwohlsein) gegeben

SAMTFUSSRÜBLING

Flammulina velutipes oder auch bekannt als ENOKI

In unseren Breiten finde ich diesen wunderschönen "Gesellen" in Auwäldern, an Stümpfen und Baumwurzeln. Seine Fruchtkörper erscheinen von September bis April. Seit diesem Jahr wachsen die Samtfußrüblinge auch an meinem alten Apfelbaumstumpf im Garten. Wer ihn findet, weiß schnell woher er seinen Namen hat, denn sein ca. 10 cm dünne Stiel hat einen weichen, samtartigen Überzug.

Da der Samtfußrübling giftige Verwechselungspartner hat, bitte nur sammeln, wenn du dir ganz sicher bist!

Ich muss vieles von dem was ich lese immer erst einmal ausprobieren. So las ich, dass der Samtfußrübling der Frauenpilz schlechthin ist. Er hilft gegen kalte Füße und stärkt unser Immunsystem. Hat sich doch die Natur wieder einmal etwas dabei gedacht, dass dieser Pilz gerade in den Wintermonaten wächst, in denen wir die Stärkung unseres Immunsystems am Meisten benötigen. Vor 3 Jahren habe ich ihn mit Alkohol angesetzt, 6 Wochen ziehen lassen und dann jeden Tag 5 Tropfen eingenommen.  Beurteilend kann ich sagen, keine kalten Füße und keine Erkältungen.

In Asien wird Enoki im ganz großen Stil angebaut, zum einen für den Verzehr, aber auch zum anderen für den Einsatz als Heilpilz.

Er kommt zum Einsatz bei:

  • Lebererkrankungen

  • Bluthochdruck

  • Magenproblemen

  • wirkt immunstärkend und antikanzerogen

  • Viralen Infektionen

  • Nahrungsmittelallergien

AUSTERNSEITLING

Pleurotus ostreatus

Die meisten werden diesen nach Kalbfleisch schmeckenden Pilz aus dem Supermarkt kennen. Doch mit ein wenig Wissen, können wir ihn auf absterbenden oder toten Laubbäumen wie Birke, Rotbuche oder auch auf Kastanien finden. Er ist nicht nur ein hervorragender Speisepilz, der Austernseitling kann wahre Wunder vollbringen:

Er ist in der Lage Altöl zu verdauen – er reinigt somit Gewässer von Dieselbelastungen. Darüber hinaus ist er daheim ganz leicht zu züchten, da er bezüglich seiner Nahrung nicht wählerisch ist. Deshalb gelingt die Zucht auf Kaffeesatz oder sogar Pappe.

Von unserem Speiseplan ist der Austernseitling nicht mehr wegzudenken: gebraten einfach auf einem Salat, als Hühnchenersatz beim Hühnerfrikassee, getrocknet als Pulver zum Würzen oder zur Unterstützung der Gesundheit.

Es muss nicht immer Chemie sein, nachgewiesen ist, dass der Austernpilz durchaus auch in der Lage ist, den Cholesterinwert zu senken und das ganz ohne Nebenwirkungen.

 

Weitere Einsatzgebiete:

  • Gicht

  • Entzündliche Erkrankungen

  • Autoimmunerkrankungen

  • Mikrobielle Infektionskrankheiten

  • Diabetes, Arteriosklerose

  • Darmproblemen

  • Anti-Aging

  • Psychische Belastunden

ZUNDERSCHWAMM

Fomes fomentarius

Als ich den Zundeschwamm zum ersten Mal fand, war für mich sofort klar, der muss zum Basteln mit. Denn als Speisepilz ist dieser Baumpilz nicht geeignet.

 

Als wir ihn jedoch bei meiner Pilzcoach-Ausbildung nebst Feuerstein zum Feuermachen nutzten, hat mich dieser Pilz in seinen Bann gezogen. Sogar Hüte, Geldbörsen, Hautpflegeprodukte wurden aus ihm hergestellt.

Zurzeit laufen Versuche, wie man aus dem Pilz sogar Kleidung herstellen kann, da er einfach nachwächst, was Rinder oder Kälber nicht so einfach tun.

Als man den Ötzi fand, trug er neben einem Stück Birkenporling auch einen Zunderschwamm um den Hals. Ich stelle mir die Frage, ob der Ötzi schon von der blutstillenden Wirkung dieses Pilzes wusste. Hippocrates hat ihn zum Ausbrennen von Wunden benutzt und dies auch schriftlich belegt.

Der Pilz wird eingesetzt bei:

  • Schmerzstillung

  • Menstruationsbeschwerden

  • Magenbeschwerden

  • Mikrobiellen Infektionskrankheiten

  • Immunbooster

 

Ich habe ein wundervolles Rezept für einen Immunbooster Tee aus dem Buch von Dr. Andreas Kappl & Philip Rebensburg, Gesund mit Heilpilzen.

  

Pro Tasse nimmt man ungefähr einen Esslöffel getrocknete oder frische Fuchtkörperstücke, 250ml Wasser pro Tasse.

Alles in einen Topf, aufkochen und 1 Stunde sanft köcheln lassen.

BIRKENPORLING

Fomitopsis betulina

Wie der Name schon sagt, finden wir den Birkenporling an geschwächten, kranken oder toten Birken. Die frischen Fruchtkörper (weiße Unterseite!!)  lassen sich ihn den Herbstmonaten finden. Sind die Fruchtkörper frisch, lohnt es sich auf jeden Fall einfach mal direkt hineinzubeißen. Das Fleisch ist fest und irgendwie ein bisserl wie Gummi. Ich verwende den Birkenporling als Tee, Tinktur und auch als Namensschilder bei den Kinderexpeditionen.

 

Der Birkenporling gehört zu den bedeutendsten medizinisch genutzten Heilpilzen und das schon seit Jahrtausenden. Man geht davon aus, dass der Ötzi ihn nutzte, um seine Borreliose damit zu behandeln. Es könnte aber auch sein, dass er ihn als Zunder oder zum Schärfen seiner Messeklinge benutzte. Wer weiß?

 

Die Liste seiner Inhaltsstoffe:

Betacarotin, Vitamin E, B, C

Mineralstoffe: Eisen, Kupfer, Phoshor, Selen, Kalium

Und sogar das Antibiotikum Piptamin, Agaricin

 

Einsatzgebiete findet dieser Pilz bei:

  • Magen-Darmbeschwerden

  • Erschöpfung und Immunschwäche

  • Kältempfindlichkeit, Schlafstörungen, Schluckauf

  • Haarausfall

  • Blutdruckschwankungen

  • Arthritis

  • Diabetes

  • Allergien

  • Asthma

  • Migräne

  • Nahrungsunverträglichkeiten

 

Ich selbst sammle die frischen Fruchtkörper, schneide sie in dünne Scheiben und trockne sie im Dörrgerät bei 40-50 Grad, sie werden dann steinhart. Wichtig ist die Aufbewahrung, am besten in Gläsern, damit keine Feuchtigkeit an die getrockneten Scheiben kommt.

 

Die Scheiben koche ich dann 30 Minuten und trinke 3x am Tag eine Tasse Tee. Da dieser Tee doch recht bitter ist, hilft ein Spritzer Zitrone.

SCHWEFELPORLING

Laetiprous sulphureus

auch Chicken of the woods genannt

Mein Herz hüft jedes Mal, wenn ich im April/Mai die gelben riesigen Fruchtkörper an Weiden, Eichen oder anderen Laubbäumen erblicke. Die Forstwirtschaft mag diesen Pilz überhaupt nicht, da er als Parasit den Baum besiedelt und nach 20 Jahren in sich zusammenbrechen lässt.

Aber wir lieben ihn, gebraten, gebacken, frittiert, paniert, als Curry, als Füllung in Weinblättern ...

Wie gut, dass der Chicken of the woods einige Monate wächst. Wichtig ist nur die frischen Fruchtkörper zu verwenden. Wer ihn einmal gegessen hat, der will ihn wieder.

Der Einsatz wird gerade bei den Vegetariern und Veganern immer beliebter, denn er dient hier als vollwertiger Fleischersatz.

Superfood kann man da nur sagen, er ist reich an hochwertigem Eiweiß (21%), Vitamin B-Komplex, D, E.

Mineralstoffe: Kalzium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen, Zink, Mangan, Kupfer

 

Ich habe schon unzählige riesiger Fruchtkörper gefunden und nie waren Fraßstellen oder faule Anteile zu sehen. Man vermutet, dass der Schwefelporling über wirksame Mittel verfügt um sich Parasiten, Fressfeinde und andere Microorganismen vom Hals zu halten.

 

Einsatzgebiete des Schwefelporlings:

  • Mikrobielle Infektionen

  • Magen-Darmbeschwerden

  • Diabetes

  • Hypercholesterinämie

  • Herz-Kreislauferkrankungen

 

Also wieder ein Pilz mehr der auf deinem Speiseplan Einzug halten sollte.

Wichtig: Der Schwefelporling sollte niemals von Eiben gesammelt werden!!!

Die Eiben sind giftig und man geht davon aus, dass der Pilz die Giftstoffe seines Wirtsbaumes aufnehmen kann.

 

Früher hat man z.B. die alten trockenen Fruchtkörper zum Räuchern genommen und sich damit die Mücken vom Hals zu halten.

SCHMETTERLINGSTRAMETE

Trametes versicolor

Wenn es um Heil- und Vitalpilze geht, darf die Schmetterlingstramete nicht fehlen. Wer auf der Suche nach ihr ist, der wird schnell feststellen, welche Farben- und Formenvielfalt sie zu bieten hat. Bei der Pilzcoach-Ausbildung haben wir sogar Ohrringe und Armbänder aus ihr kreiert.

 

Ihre Einsatzgebiete findet die Schmetterlingstramete bei:

  • Virale Infektionen

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom

  • Schutz der Leber

  • In der TCM setzt man sie ein, um das Immunsystem zu schützen

  • Bei Infektionen der Lunge und des Urogenitaltraktes

 

Ich selbst nehme die Schmetterlingstrameten für Tee oder Deko.

Es gibt natürlich noch viel mehr Heilpilze, wie z.B. den Chaga, Reishi usw. Sobald ich diese in unseren Wäldern finde, erweitere ich hier die Liste.

Wald

DANKE MUTTER NATUR